The Most Expensive Way to Sound Like Everyone Else: Über Input, Eitelkeit und warum dein Geschmack dich trotzdem nicht rettet…

Garbage In, Garbage Out – but make it luxury (Online-Business-Edition)

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Frauen mit Business(-IDEE)UnternehmerinnenMÜTTERSelbstständigeFrauen mit Business(-IDEE)UnternehmerinnenMÜTTERSelbstständige

Ich verrate dir mein Erfolgsgeheimnis und ich bin sicher, du wirst es mir nicht glauben, weil es zu schlicht ist, um wahr zu sein. Aber… Die guten Geheimnisse sind immer schlicht. Das ist es, was sie so schwer zu stehlen macht.

Ich konsumiere nichts von dem, was meine Branche konsumiert.

Während alle anderen in denselben Mastermind-Räumen sitzen, dieselben Podcasts hören, sich gegenseitig dieselben Kurse verkaufen und am Ende dieselbe Sprache sprechen, lese ich Murakami.

Ich studiere, wie Maison Francis Kurkdjian Parfums verknappt, bis Wartelisten entstehen.

Ich denke über die Türpolitik des Berghain nach und was sie über Positionierung verrät.

Ich schaue mir an, warum Phoebe Philo drei Jahre lang verschwunden ist und ihre Website am Tag des Comebacks zusammenbrach.

Mein Input kommt aus einer anderen Welt als der von allen anderen. Und deshalb klingt mein Output nach niemandem.

Das wa zugegebenermaßen nie mein Plan. Es war Langeweile… Ich war es leid, in jedem Newsletter nur durch die Betreffzeile das Ende zu erraten, bevor ich auf Öffnen geklickt hatte. Irgendwann begegnet einem überall derselbe Gedanke, nur in einem anderen (aber ähnlichen) Canva-Template, und man spürt, wie das eigene Gehirn langsam dieselbe Form annimmt wie alle anderen Gehirne im Raum.

Schau dir die Online-Business-Szene an. Ich meine richtig anschauen, nicht nur scrollen.

Vierzig Coaches mit identischem Branding. Creme, Sage, ein bisschen Gold. Das Foto, auf dem sie lachen, aber auf eine nachdenkliche Art. Die Caption, die mit einer rhetorischen Frage öffnet. Das Framework mit drei Großbuchstaben, das aussieht wie ein Akronym und keines ist. Die E-Mail, die mit “Hey du” beginnt und mit irgendetwas über Alignment endet.

Sie klingen alle gleich und das hat nicht mal etwas mit fehlendem Talent zu tun. Sie essen alle vom selben Teller. Sie kaufen sich gegenseitig ihre Kurse ab, sitzen in denselben Räumen, nicken zu denselben Ideen, die seit 2018 durch die Branche zirkulieren wie eine Erkältung im Großraumbüro.

Wer denselben Stoff liest wie alle, denkt am Ende, was alle denken, und sagt es dann auch noch in denselben Worten.

Das eigentlich Bemerkenswerte daran ist, womit sie angeben.

Sie posten, wie viel sie ausgegeben – entschuldige, INVESTIERT – haben, um in diesen Räumen zu sitzen. Fünfzigtausend für das eine Mastermind. Achtzigtausend für das nächste Level darüber. “Ich investiere eben in mein Wachstum.”

Als wäre der Preis des Eintritts ein Beweis für die Qualität dessen, was drinnen passiert. Als hätte je ein Mensch ein großartiges Buch geschrieben, weil er zuvor sechsstellig für den Schreibworkshop bezahlt hat.

In Wahrheit sitzen in diesen teuren Räumen dieselben zwanzig Frauen, die sich gegenseitig ihre Methoden weiterreichen wie eine Schüssel beim Abendessen. Der Stoff ist überall derselbe. Er wird nur teurer verkauft, je höher man steigt, und je mehr er kostet, desto fester glaubt man dran. Das ist der eleganteste Trick der Branche: einen Echo Chamber zu bauen, für den die Leute auch noch dankbar bezahlen, dass sie hineindürfen.

Murakami hat seine ersten Romane nachts in seiner Jazzbar in Tokio geschrieben, nachdem die letzten Gäste gegangen waren. Er erzählt, dass ihm beim Baseball, mitten im Spiel, ein einziger Gedanke kam: dass er einen Roman schreiben könnte. Die Eintrittskarte ins Stadion hat ein paar Yen gekostet. Die Mastermind, das daraus entstand, war ein leeres Notizbuch.

Irgendwann habe ich aufgehört, mir anzuschauen, was meine Konkurrenz macht. Vollständig. Ich folge keiner Frau, deren Content mich an meine eigene Arbeit erinnert, ich höre keine Podcasts über das, was ich selbst tue, ich kaufe keine Kurse von Frauen, die in Glitzerschrift versprechen, dass dieses Quartal mein Quartal wird.

Konkurrenz ist der schnellste Weg, eine Kopie zu werden.

Das Auge, das ständig auf andere schaut, fängt an, das Gesehene für den Normalzustand zu halten und der Normalzustand ist genau der Ort, an dem niemand reich, frei oder unvergesslich wird.

Stattdessen sitze ich in Museen und denke über Funnels nach. Ich lese Essays über Architektur und sehe E-Mail-Sequenzen vor mir. Ich schaue mir an, wie Coco Chanel ihr Haus aufgebaut hat und verstehe plötzlich, warum meine Produkttreppe funktioniert, wie sie funktioniert. Ein Text über japanische Messerschmiede, die eine Klinge pro Woche fertigen und zwei Jahre Warteliste haben, hat mir mehr über Preisgestaltung beigebracht als jeder Verkaufskurs, den ich je hätte buchen können.

Joan Didion hat mir den Rhythmus beigebracht. Diese Art, einen Satz so zu bauen, dass man ihn zu Ende lesen muss, auch wenn man eigentlich nur kurz schauen wollte. Hermès hat mir Geduld beigebracht und die Mathematik der Knappheit. Patagonia hat mir gezeigt, dass man “Kauf das nicht” sagen kann und damit den Umsatz steigert, wenn die Substanz dahinter stimmt.

Nichts davon stand in einem Business-Kurs. Es stand in der Welt, die alle anderen ignorieren, weil sie zu beschäftigt sind, sich gegenseitig beim Nachmachen – verzeihung, ich meine Wachsen – zuzuschauen.

Meine Kundinnen sagen mir das in einer Tour. “Du klingst soerfrischend.” Sie meinen es als Kompliment, und ich höre es als Bestätigung einer Diagnose, die ich vor Jahren gestellt habe. Ich klinge anders, weil ich anders denke, und ich denke anders, weil ich anderen Stoff in meinen Kopf lasse als der Rest der Branche.

Und jetzt kommt der Teil, der dich kurz wütend machen wird.

Wenn du jetzt losziehst und anfängst, Murakami zu lesen, weil eine Frau im Internet gesagt hat, dass kluge Menschen Murakami lesen, dann hast du den Punkt komplett verfehlt und sitzt im nächsten Echo Chamber, bevor die Tür hinter dir zufällt. Der Punkt ist nicht Murakami.

Der Punkt ist, deinem eigenen Kopf so weit zu vertrauen, dass du nicht ständig den Input von jemandem brauchst, der dir sagt, was du denken sollst, selbst wenn dieser jemand exzellenten Geschmack hat. Besonders dann.

Die Frauen, die wirklich nach niemandem klingen, performen ihre Referenzen nicht. Sie haben einen Gedanken, der aus ihrem eigenen Leben kommt, aus einer Beobachtung, die niemand sonst gemacht hat, weil niemand sonst genau ihr Leben lebt. Und dann verbinden sie diesen Gedanken mit etwas Drittem, das überhaupt nicht dazugehört, und in dieser Kollision von zwei Dingen, die nichts miteinander zu tun haben, entsteht das Einzige, das sich nicht kopieren lässt.

Der Mann mit dem achtstelligen Business kann meinen Content abfotografieren. Meine Schriftart, meine Satzlänge, meine Farbwelten.

Die Millionenunternehmerin kann meine Produkte kaufen, für originell halten und dann kopieren, um ihrer müden Community frischen Stoff zu geben.

Was sie nicht klauen können, ist der Gedanke, der mir an einer Käsetheke kam, während mein Sohn eine ungekaufte Banane aß und mein Handy dreimal hintereinander wegen neuer Sales vibrierte. Diese Verbindung aus Käsetheke und Verkaufspsychologie und einem zweijährigen Kind mit Banane existiert nur in meinem Kopf, weil nur ich an dieser Theke stand.

Also, das Geheimnis, falls du es immer noch hören willst…

Ich lese Murakami, ja. Aber das ist nicht der Punkt, und wenn du dir nur diesen einen Satz mitnimmst, dann lies lieber gar nichts. Ich denke über Birkin-Wartelisten nach, über Speakeasy-Türen und darüber, was die Akustik eines guten Restaurants mit meiner Sales Page zu tun hat.

Vor allem aber vertraue ich dem, was mein eigener Kopf daraus macht, mehr als jedem Raum, in den man mich für fünfstellige Beträge einladen würde.

Andere Bücher machen andere Gedanken. Aber kein Buch macht deine Gedanken. Die kommen von dir. Aus deinem Leben, das niemand sonst lebt, scharf genug beobachtet, dass die Beobachtung selbst zum Produkt wird.

Genau dafür habe ich Category of One geschrieben. Als die Anleitung, die eigene Kategorie zu bauen, in der du die Einzige bist und Vergleiche aufhören zu existieren.

Ironischerweise ist es das einzige meiner Produkte, bei dem Nachmachen strukturell unmöglich ist. Weil das Ergebnis per Definition nur dir gehört.

[CATEGORY OF ONE]

Ích bin Strategin für nachhaltigen Businessaufbau, Expertin für Marketing ohne Social Media Abhängigkeit und meine Obsession ist es, Frauen zu zeigen, wie sie Business System aufbauen (ohne ihre Seele an Algorithmen zu verkaufen).